Adventures
Syberia II
Kate hat sich entschieden: Im letzten Augenblick ist sie auf den schon fahrenden Zug aufgesprungen, und hat damit endgültig Abschied von ihrer Karriere, ihren Bekannten, von ihrem ganzen bisherigen Leben genommen.



Ihr Schicksal ist nunmehr untrennbar mit dem von Hans Vorarlberger, und den Träumen und Wünschen dieses kleinen, alten Mannes verbunden. Gemeinsam wollen sie in den unendlichen Weiten der sibirischen Eiswüste das sagenhafte Syberia suchen.
Romansburg



Der Zug läuft in Romansburg ein, und während Kate sich erfolgreich um die Beschaffung von Kohlen bemüht um den Zug wieder zum Laufen zu bringen, erleidet Hans einen Schwächeanfall. Sein Zustand ist sehr ernst und an eine Weiterfahrt unter den gegebenen Umständen nicht zu denken.



Kate macht sich in der eisigen Kälte auf den Weg in das Kloster, in der Hoffnung, hier Hilfe für Hans zu finden. Im Kloster sind weibliche Wesen allerdings äußerst unerwünscht. Kate kann mit einer List eine Kutte erbeuten und wird in die schier uneinnehmbare Festung eingelassen.



Der Patriarch des Klosters ist alles andere als erfreut, als er feststellen muss, dass sich unter der Kutte eine Frau verbirgt, lässt Hans aber dennoch in das Kloster bringen. Offensichtlich ist er aber mehr an seinem Seelenheil als an einer Heilung interessiert.



Hans dagegen verlangt immer wieder nach einem Mönch namens Alexei. Dieser hat von den Schamanen der Youkol - dem sagenhaften Volk aus Syberia - die Heilkünste erlernt, und könnte ihm sicher helfen. Leider ist Alexei aber bereits vor vielen Jahren verstorben.



In der Kirche entdeckt Kate den Schlüssel, wie sie in der Bibliothek die Kerzenleuchter anordnen muss, damit ein verborgener Projektor den Weg zu einem Geheimraum zeigt.



Als das Licht durch einen Kristall mit dem Abbild eines Mammuts auf die Wand fällt, entdeckt sie dort einen Raum mit den geheimen Aufzeichnungen des Mönches. Syberia ist also nicht nur ein Traum, sondern nach dem Bericht von Alexei tatsächlich Realität.



Enthalten ist auch das Rezept für eine Räucherkerze, die Hans zumindest vorübergehend die Kraft für eine Flucht aus dem Kloster geben kann. Auf dem Friedhof, am Grabstein von Alexei, findet Kate die notwendigen Zutaten, und Hans kommt langsam wieder zu Kräften.



In der Kirche findet Kate auch den Schlüssel zum Glockenturm, und während die Mönche dem scheinbaren Ruf zum Gebet folgen, gelingt ihr zusammen mit Hans - Polanski's "Tanz der Vampire" lässt grüßen - in einem Sarg die wilde Flucht aus dem Kloster.



Ihrer Abreise steht eigentlich nichts mehr im Wege, Hans hat aber dem Wirt des Lokals in Romansburg versprochen, vorher noch seinen Musikautomaten wieder instand zu setzen. Da er selbst noch zu schwach dafür ist, übernimmt es Kate, das mechanische Herz wieder in den Automaten einzusetzen.



Cirkos, der Wirt ist glücklich, und während Kate noch der Musik des wieder zum Leben erweckten Automaten lauscht, hört sie von draußen das Signal des abfahrenden Zuges. Zwei Schurken, die sich in Syberia bereichern wollen, haben den Zug mit Hans und Oskar, dem mechanischen Zugführer, gekidnappt und sie in diesem Gottverlassenen Nest zurück gelassen.



Kate kann sich eine Draisine besorgen und nimmt zusammen mit ihrem neuen Freund, dem Bärenhund Youki, die Verfolgung auf.
In der Wildnis
Die wilde Jagd endet an einer Schlucht. Das Gewicht des Zuges hat die Brücke einstürzen lassen, und der letzte Waggon hängt gefährlich über dem Abgrund.



Kate kann den Zug auf der anderen Seite der Schlucht zwar sehen, ihn aber nicht erreichen. Irgendwie muss sie versuchen den Abgrund zu überwinden.



Ein verlassenes Haus hätte sich beinahe als tödliche Falle erwiesen, denn bei ihrer Suche wird sie dort von einem hungrigen Bären belagert und kann nur dadurch entkommen, weil sie die richtige Lachsart angeln und ihn damit ablenken kann.



Kate muss noch mehrere riskante Situationen bewältigen, denn die beiden Schurken versuchen alles um sie vom Erreichen des Zuges abzuhalten.



Nach mehreren Versuchen gelingt es Kate den Schleudersitz eines abgestürzten Flugkörpers zu aktivieren, und kann mit diesem halsbrecherischen Manöver den Abgrund schließlich doch noch überwinden.



Um den Zug zu befreien muss Kate den letzten Waggon abkoppeln, der daraufhin in die Schlucht stürzt. Endlich ist der Weg frei, und der Zug mit Kate und Hans setzt sich in Richtung Syberia wieder in Bewegung.
Die Youkol Siedlung
Als der Zug wieder zum Stehen kommt, erkennen sie im dichten Schneegestöber die undeutliche Silhouette einer gigantischen Mammut Statue und ein Totempfahl, mit dem Aussehen einer Eule, gibt seltsame heulende Töne von sich.



Bei dem Versuch, die vor ihr liegende, spiegelglatte Eisfläche zu überqueren bricht Kate ein und verliert das Bewusstsein. Im Traum erscheint ihr die Vision einer weißen Eule, und als sie erwacht, findet sie sich in einer Hütte wieder, die alle Merkmale der Youkol Zivilisation aufweist. Offensichtlich haben sie ihr erstes Ziel erreicht.



Kate's erste Sorge gilt Hans, und sie macht sich sofort auf die Suche, um ihn in dem weitläufigen Höhlensystem zu finden. Hans ist in einem beklagenswerten Zustand, als sie ihn schließlich in der Höhle der Schamanin entdeckt.



Von der Schamanin erfährt sie, dass Hans gerettet werden könnte, wenn es gelänge die Beeren des Traumbaums zu erhalten und mit ihrer Hilfe Hans aus seinem Traumgefängnis zu befreien.



Es ist ein gefährliches Unternehmen, auf das sich Kate da einlässt, denn die Gefahr, nicht mehr aus den Traumwelten zurückzukehren, ist sehr groß.



Kate ist bereit das Risiko auf sich zu nehmen, denn in der düsteren Scheinwelt von Valadilène, in den kindlichen Träumen und Ängsten, und in der mangelnden Anerkennung durch seinen strengen Vater, liegt der Schlüssel zur Heilung von Hans verborgen.



Es ist Kate gelungen, den Zug in das Höhlensystem der Youkol zu bringen. Er hat seine Bestimmung erfüllt, denn für die letzte Etappe dieser langen Reise wird er nicht mehr von Nutzen sein. Und auch Oskar, der liebenswerte, verschrobene Automat, ist nun am Ende seiner Reise angekommen.



Hans hat seine seelische Stabilität zwar wiedererlangt, sein körperlicher Zustand ist jedoch nach wie vor unverändert kritisch. Es gibt nur einen einzigen, schrecklichen Weg sein Leben zu erhalten, und Oskar weiß, was zu tun ist.
Mit zitternden Händen und Tränen in den Augen entfernt Kate das mechanische Herz aus seiner Brust, und aus dem liebenswürdigen, manchmal skurrilen Roboter wird eine mechanische Rüstung, die Hans fortan stützen und ihn am Leben erhalten wird.



Das Generationenschiff
Seit undenkbaren Zeiten war es die Verbindung zwischen dem Volk der Youkol und dem sagenhaften Syberia, bis es dann unter einer dicken Eisschicht verschwand: Ein Schiff, gemacht aus den Zähnen und Knochen gestorbener Mammuts.



Der heiße Dampfstrahl der auf vollen Touren arbeitenden Lokomotive schmilzt in wenigen Minuten den Eispanzer, und das Schiff ist für seine letzte Reise bereit.



Knarrend öffnen sich die gewaltigen Schleusentore und das Schiff, mit Kate und Hans an Bord steuert seinem geheimnisvollen Ziel, Syberia, dem Ort all ihrer Träume entgegen.



Eine Unterbrechung gibt es noch, denn unbemerkt hat sich einer der Schurken als blinder Passagier auf das Schiff geschlichen. Aber hier, in der arktischen Eiswüste, findet auch er ein unrühmliches Ende. Und im letzten Licht des Tages taucht sie dann aus dem Dunst auf: Syberia - Traumziel und letzte Zufluchtsstätte einer untergegangenen Rasse.



Syberia
Ein unglaublicher Ort: Gänge und Schluchten, die von uralten, mit grünem Moos überzogenen, gewaltigen Mammutstoßzähnen überspannt werden. Die geheimnisvolle Atmosphäre dieses unglaublichen Ortes ist förmlich mit den Händen zu greifen.



In den Händen eines mumifizierten Youkol findet Kate ein Amulett, dessen eingravierte Schriftzeichen den Schlüssel für das letzte Geheimnis bilden. Ein gigantisches Tor, und dahinter ein Plateau, auf dem ein gewaltiger Schalltrichter auf die weite Ebene gerichtet ist.



Kate kann die Ventile an diesem riesigen Instrument richtig einstellen, und ein urweltlicher Ton schallt weit über die nebelverhangene Ebene. Wieder und wieder posaunen die gewaltigen Tuben diesen durch Mark und Bein gehenden Ton hinaus, bis aus der Ferne die Antwort zu hören ist.



Ein heftiger Regenschauer schüttelt die blauen Gräser, und dann, wie geisterhafte Schemen, schälen sich langsam die Umrisse der schwarzen Giganten aus dem Nebel.



Winzig erscheint die zerbrechliche Gestalt des alten Mannes vor diesem urweltlichen Riesen, und doch scheint es, als hätten sie seit langer, langer Zeit nur auf diesen Augenblick gewartet. Kate hat Tränen in den Augen als das gewaltige Leittier vorsichtig vor Hans auf die Knie geht, und ihm erlaubt, auf seinem Rücken Platz zu nehmen.



Sie weiß nicht, ob sie nun glücklich oder traurig sein soll. Hans ist für immer am Ziel seiner Wünsche, seiner Träume, seines Lebens angekommen. An einem Ziel, das er ohne ihre Hilfe wohl nie hätte erreichen können. Eigentlich sollte ihr dies ein Gefühl der Befriedigung geben, hat dieses Abenteuer doch auch ihrem Leben eine völlig neue Wendung, einen neuen Inhalt gebracht. Und doch ist da jetzt nur Trauer, Melancholie, und eine große Leere .....