Sentinel

Verborgene Existenzen

 


Ein dicker Stein ist uns vom Herzen gefallen, wussten wir doch bis zum letzten Augenblick nicht, ob eine Rückkehr aus dieser fremdartigen Welt überhaupt möglich ist. Aber kaum haben wir den Kristall an uns genommen, da öffnet sich in der Basis der Anlage eine Höhle mit einem der uns nun schon hinlänglich bekannten Transportfelder, das uns an den Ausgangspunkt zurückbringt.

Irgendwie hatten wir ja gehofft hier wieder auf Dobar zu treffen und den Kristall von Tregett gegen die Freiheit von Carrie einzutauschen. Aber das Grab empfängt uns so, wie wir es verlassen haben: Leer, düster, unbegreiflich und rätselhaft.

 

 

Wir stehen vor dem Schaltpult und betrachten nachdenklich den Kristall. Es ist wie ein Sog, der von dem Pult ausgeht, und als wir ihm nachgeben, fügt sich der Stein mit einem singenden Geräusch in eine Öffnung des Pultes ein. Gleichzeitig flammt ein Laser auf und projiziert ein kreisförmiges Symbol an die Wand der Höhle. Schlagartig wird uns klar, dass wir noch einen langen Weg vor uns haben, denn dort, wo sich der Kristall eingefügt hat, warten noch sechs weitere Aufnahmen darauf, dass wir sie mit eben solchen Steinen  füllen. Sieben Kristalle, sieben Symbole, sieben Welten. Erst wenn wir sie alle besucht haben, können wir hoffen das Rätsel zu lösen.


Maru


Vor der phantastischen Kulisse schneebedeckter Berge schwebt eine gewaltige Plattform im Raum. Um ein Zentrum, in dem wir hoch über unseren Köpfen in einer goldfarbenen Halterung den Kristall zu erkennen glauben, gruppieren sich Rampen, Laufstege und  Treppen. Vier Satelliten umkreisen die Plattform uns senden in regelmäßigen Abständen farbige Lichtblitze aus.

 

 

Zunächst stehen wir aber vor einem Labyrinth aus Stahlsegmenten, und wir müssen uns einen komplizierten Weg durch die drei drehbaren Ringe suchen, bis wir in das Zentrum vorstoßen können. Tatsächlich: Hoch über unseren Köpfen hängt - für uns noch unerreichbar - der Kristall, das Ziel unserer Suche.

 

 

Mehrere Laufstege ziehen sich rund um die Plattform, und der Blick nach unten zeigt uns die beeindruckende Maschinerie die sich in ihrem Inneren verbirgt. Hier müssen gigantische Kräfte wirken, wenn es uns gelingt, diese in Gang zu setzen.

 

 

Vom äußeren Laufsteg erkennen wir, dass die Plattform von vier Satelliten umkreist wird, von denen Lichtsignale in verschiedenen Kombinationen ausgesendet werden. Ein etwas antiquiertes, von Propellern angetriebenes Luftschiff scheint die einzige Verbindung zu den Satelliten zu bilden. Lange überlegen wir, wie es uns vielleicht gelingen könnte in diese Luftschiff zu gelangen und damit die Satelliten zu erreichen.

 

 

Unsere Überlegungen gehen aber offensichtlich in die falsche Richtung, denn auch nach intensiver Suche finden wir keine Möglichkeit dazu. Dafür ist uns aber etwas anderes aufgefallen: Den Satelliten gegenüber ist jeweils eine Vorrichtung positioniert, auf der sich unterschiedliche Töne erzeugen lassen. Wie es scheint, ist hier ein Zusammenhang zwischen Farben und Tönen gefragt.

 

 

Das fehlende Glied haben wir schnell gefunden. Nacheinander stoßen wir auf sechs Säulen die mit unterschiedlichen Farben markiert sind, und bei Betätigung des Hebels jeweils einen anderen Ton von sich geben. Es sind genau die Töne, die wir auch auf den Schaltpulten gegenüber den Satelliten erzeugen können.

 

 

Der Rest ist dann relativ einfach. Durch die Teleskope beobachten wir erneut die Satelliten und merken uns die Farbfolge der Signale, die von ihnen ausgestrahlt werden, und jetzt brauchen wir nur noch die dazu passenden Tonfolgen auf den Tastaturen zu erzeugen. Unsere Überlegung war richtig, denn mit jeder Signalfolge die wir an die Satelliten abstrahlen senkt sich der goldene Käfig mit dem Kristall etwas ab, solange bis wir ihn erreichen und über das Transportfeld wieder in das Grab zurückkehren können.


Eska


Wir haben den Kristall eingesetzt und sind durch ein neu aktiviertes Transportfeld gegangen. Nach soviel Technik in Maru erscheint uns die neue Welt ziemlich primitiv. Soweit das Auge reicht nichts als Wasser, und eine Ansammlung einfacher Hütten und Holzstege. Von einem Turm, dessen Spitze wir über knarrende Holzstufen erreichen, verschaffen wir uns erst einmal einen Überblick. Vielleicht täuschen wir uns, aber es sieht so aus, als würde einige Verbindungen in diesem Durcheinander von Plattformen und Stegen fehlen.

 

 

Die nächste Auffälligkeit sind drei geschlossene Holzkästen, aus denen farbige Seilenden baumeln, und direkt daneben bemerken wir einen abgesenkten Steg, der durch richtiges Betätigen des Seilkastens vielleicht angehoben werden kann. Aber an welchen Seilen sollen wir ziehen? Das System wird etwas klarer, als wir für einen der Kästen das passende Pendant an einer anderen Stelle finden.

 

 

Diese neue Kästen zeigen bei jedem Zug an den Seilen eine andere Farbe an. Damit ist der Zusammenhang klar. Wenn wir an den geschlossenen Kästen die Seile nach diesem Muster betätigen, müssten sich die abgesenkten Brückenelemente heben. Es gibt nur ein Problem: Wir haben den Lösungskasten für die Anordnung mit den drei Seilen gefunden, aber wo finden wir die Lösung für die beiden anderen Kästen mit vier bzw. fünf Seilen?

 

 

Mitten in der Anlage befindet sich noch eine andere Art von Brücke, die wie das Rückgrat eine riesigen Fisches aussieht, aber leider schräg über dem Wasser hängt. Große Rohre mit mehreren Ventilen führen zu einem riesigen Ammonshorn, mit dem die Brücke offensichtlich gesteuert wird. Wenn wir diese ausrichten könnten, würden wir uns damit einen Zugang zu einem anderen System von Stegen erschließen.

 

 

Es hat eine ganze Weile gedauert, bis wir die Knochenbrücke in die richtige Position gebracht und die Lösung für die restlichen Kästen gefunden haben. Jetzt haben wir zwar Zugang zu allen Teilen dieses komplizierten Stegsystems, von dem gesuchten Kristall ist aber leider keine Spur zu finden. Etwas scheinen wir noch übersehen zu haben.

 

 

Es sind diese großen, an überdimensionale Austernschalen erinnernden Muscheln, die wir noch betätigen müssen. Danach sprudelt Wasser und quillt Dampf aus den Öffnungen der Riesenmuschel im Zentrum, ein Windrad nimmt seine Arbeit auf, und aus dem Wasser erhebt sich ein neuer Raum, aus dem uns das vertraute grüne Leuchten des Kristalls in die Augen fällt.

 

 

Nach CORABANTI und SANSELARD