Odyssee

Die Suche nach Odysseus

 

 

 


Ἄνδρα μοι ἔννεπε, Μοῦσα, πολύτροπον, ὃς μάλα πολλὰ 

πλάγχθη, ἐπεὶ Τροίης ἱερὸν πτολίεθρον ἔπερσε·

πολλῶν δ’ ἀνθρώπων ἴδεν ἄστεα καὶ νόον ἔγνω,

πολλὰ δ’ ὅ γ’ ἐν πόντῳ πάθεν ἄλγεα ὃν κάτα θυμόν

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Ạndra moi ẹnnepe, Moụsa, polỵtropon, họs mala pọlla ....

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Sage mir, Muse, die Taten des vielgewanderten Mannes

Welcher so weit geirrt nach der heiligen Troja Zerstörung

Vieler Menschen Städte gesehen und Sitte gelernt hat

Und auf dem Meer so viel unnennbare Leiden erduldet

 

 

Homer Odysseia 1. Gesang

 


 

Zehn Jahre dauerte der Kampf um Troja, und weitere zehn Jahre sind seit dem Fall der Stadt vergangen. Schon lange sind die siegreichen Krieger in ihre Heimat, zu Frau und Kind zurückgekehrt. Nur Odysseus, König von Ithaka, hat den Weg zu seiner ihn sehnsüchtig erwartenden Gattin Penelope noch nicht gefunden. 

 

Verfolgt von der Rachsucht des Meeresgottes Poseidon ist er nach vielen Irrfahrten auf der Insel der Nymphe Kalypso gestrandet. 

Sieben Jahre: Geblendet von ihrem Zauber und jeder Erinnerung an sein Leben und seine Heimat beraubt.

Im fernen Ithaka bedrängen aufdringlichen Freier die einsame Schöne. Nicht bereit an den Tod des geliebten Gatten zu glauben, bittet Penelope seinen Jugendfreund und Kampfgefährten, Heritias, den verschollenen Odysseus zu suchen.

 


Die Ruinen von Troja


 

Heritias begibt sich auf die lange Reise. In den Ruinen von Troja, dort wo die Irrfahrten des Odysseus ihren Anfang nahmen, hofft er die Spur des verschollenen Helden zu finden.

 

 

In den Resten des  Heerlagers und in den Ruinen der eroberten Stadt stößt er auf erste Hinweise. Aber es gibt dort auch Kräfte, die seine Nachforschungen verhindern wollen. Gerade noch kann er einem Komplott, dass ihm den Mord an seinem Informanten anlasten will, entgehen.

 

 

Sterbend hat ihm der Soldat Mikis den entscheidenden Hinweis gegeben, und zusammen mit seinem Mitgefangenen Koppeas kann Heritias entfliehen.

 


Der Tempel des Aeolus


 

Von Hakeus erfährt Heritias, dass der Gott des Windes bereit war, dem gestrandeten Odysseus zu helfen. Aber die Torheit seiner Gefährten hat diese Hilfe zunichte gemacht, und sein Schiff erneut dem Meer und der Willkür des zürnenden Poseidons ausgeliefert.

 

 

Im Tempel des Windes opfert Heritias dem Aeolus die leuchtenden Blütenblätter, und kann so auch die Aufgaben lösen, die ihm den Zugang zu dem gewaltigen Windkanal öffnen. 

 

 

Noch versperrt ein großes Steintor den Weg, aber dann hat Heritias die letzte Hürde überwunden und steht in schwindelnder Höhe vor dem mächtigen Standbild des Beherrschers der Winde. Ein Edelstein soll den Gott günstig stimmen, damit er auch ihm bei seiner Suche hilft.

 

 

Er hat den Diamanten in die Hand des Gottes gelegt, und für einen kurzen Augenblick scheinen die Augen des Herrschers über die vier Winde prüfend auf ihm zu ruhen. Dann aber wirbelt ihn eine unbegreifliche Kraft hinaus und seinem weiteren Schicksal entgegen.

 

 


Bei den Lotophagen


 

Das Schiff der Winde mit Heritias an Bord folgt der Spur des Odysseus zur Insel der Lotusesser. Aus den Blüten des schwarzen Lotus braut er dort einen Trank, der ihn in einen Zustand erweiterter Wahrnehmungsfähigkeit versetzt. In einer Vision sieht er Odysseus, der mit seinen Gefährten hier landete, und ebenso der Wirkung der Droge erlag.

 

 

Heritias weiß nun, dass er auf der richtigen Spur ist. Krisis, einer der Lotophagen, hilft ihm den Wald von Oblivion zu erreichen. Hier wartet eine schreckliche Gefahr auf ihn: Die Gorgone! Das schlangenhäuptige Ungeheuer, das ihre Opfer mit ihrem Blick zu Stein erstarren lässt, hat schon viele tapfere Männer besiegt. Ein goldener Schild, den Heritias von Pallas Athene erhielt, beschützt ihn, und nach hartem Kampf kann er sie besiegen und dem Ungeheuer das todbringende Haupt abschlagen.

 

 


Die Insel der Zyklopen


 

Viele Gefährten hat Odysseus auf dieser Insel verloren, verschlungen vom gefräßigen Rachen des einäugigen Riesen Polyphem, Sohn des Poseidon und der Meernymphe Thoosa. Nur mit einer List konnte er und seine Gefährten von hier entkommen. Mit Wein hatten sie den Zyklopen trunken gemacht, ihm danach einen glühenden Pfahl in das Auge gerammt, und ihn so geblendet. Verzweifelt ruft dieser nach seinem Vater und bittet ihn Odysseus und seine Begleiter zu vernichten.

 

 

Auch Heritias hat alle Mühe den Pranken der Riesen zu entkommen. Aber während Koppeas von einem der Zyklopen verschlungen wird, kann Heritias mit einer Armbrust den letzten der Riesen töten und so von der Insel entkommen. 

 

 


In den Händen Poseidons


 

Heritias Schiff wird von einem gewaltigen Strudel verschlungen und strandet an einem Felsen, der aus der tosenden Brandung ragt. Es ist der Palast von Poseidon, der ihn hier einer harten Prüfung unterzieht.

 

 

Im Vorraum der Prüfungshalle muss er stählernen Dreizacken ausweichen, die in unregelmäßigen Abständen aus den Wänden schießen, und in der Halle selbst schließlich die Fragen von drei Götterstatuen richtig beantworten.

 

 

Nachdem Heritias alle Prüfungen bestanden hat, kann Poseidon ihn nicht länger festhalten, und nennt ihm die Insel Lamos, den Wohnsitz der Laestrygonen als den Ort, an dem er Odysseus finden kann. 

 

 


Bei den Laestrygonen


 

Auf der Insel haben sich einige Sklavenhändler niedergelassen, die mit den menschenfressenden Riesen gemeinsame Sache machen, und einen schäbigen Handel mit Sklaven betreiben. Als solcher verkleidet gelingt es Heritias die Wächter zu überlisten und in ihr Reich einzudringen.

 

 

Von einem anderen Sklaven erfährt er dort die Geschichte, wie Odysseus hier arglos landete, wie die Riesen seine Schiffe mit gewaltigen Felsbrocken, die sie von der Höhe herabschleuderten zerstörten, seine Gefährten wie Fische im Wasser  aufspießten und verzehrten, und wie ihm selbst nur mit Mühe die Flucht mit seinem letzten Schiff gelang.

 

 

Auch Heritias gelingt nur mit letzten Kräften die Flucht aus dem Kerker. Er zerstört das große Signalhorn, mit dem die Händler die Riesen auf ankommende oder vorbeifahrende Schiffe aufmerksam machen, und kann so unbemerkt von der Insel entkommen.

 

 


Auf der Insel der Circe


 

Das geflügelte Schiff hat Heritias nach Aiaia, zur Insel der Zauberin Circe gebracht. Ein ganzes Jahr verbrachte Odysseus hier, gefangen von den Zauberkünsten der Circe, die seine Gefährten in Schweine verwandelte, den Helden Odysseus aber für immer bei sich behalten wollte. Mit Hilfe des Götterboten Hermes kann er sich schließlich aus ihrer Verzauberung lösen und mit seinen Gefährten die Insel verlassen.

 

 

Von Circe erfährt Heritias, dass sie Odysseus geraten hat in den Hades, die Unterwelt, hinabzusteigen, und dort nach dem toten Seher Tiresias zu suchen. Nur er kann ihm Auskunft über sein weiteres Schicksal erteilen. Damit bleibt auch Heritias keine andere Wahl, als ihm auf diesem schweren Weg zu folgen.

 

 


In der Unterwelt


 

Vorbei an den vermummten Seelen steigt Heritias hinab zum Fluss Styx und gibt Charon, dem Fährmann, den Obulus, damit er ihn an die andere Seite bringt. Vor ihm erscheint das gewaltige Gebäude, in dem die Götter über die Taten der Verstorbenen richten.

 

 

Auch Odysseus hatte diesen Weg genommen, und hatte hier seine Mutter, die vielen unglücklichen Gefährten seiner langen Reise, und schließlich Tiresias getroffen.

 

 

Auch über Heritias, den noch Lebenden, wird ein Urteil gefällt und seine Verbannung nach Tartarus, der tiefsten und finstersten Hölle verkündet. Nur dort kann er die Opfergaben finden, um die Seele des toten Sehers Tiresias zu beschwören, und von ihm den Aufenthaltsort von Odysseus zu erfahren.

 

 


Tartarus


 

Heritias steigt hinab in die vom flackerndem Feuerschein und dem Stöhnen und Schreien der für immer verdammten Seelen erfüllten Tiefe der Hölle. Tantalos, von den Göttern verstoßen, der immerwährenden Durst erdulden muss. Sisyphos, der die Pläne der Götter verriet, und zur Strafe immer wieder einen schweren Felsblock einen Berg hinauf wälzen muss. Und Prometheus, der den Menschen das Feuer brachte, und von Zeus an einen Felsen geschmiedet wurde. Jeden Tag kommt ein Adler und frisst von seiner Leber, die sich immer wieder erneuert.

 

 

Aus dem Bottich, den die Danaerinnen ständig füllen, schöpft Heritias das Wasser, mit denen er die Gequälten erfrischt, und dafür die Zutaten zum Opfermahl für die Seele des Tiresias erhält.

 


Die elysischen Gefilde


 

Noch fehlen ihm weitere Zutaten für das Opfermahl, und Charons Boot bringt ihn in die elysischen Gefilde. Hier werden die Seelen mit Wein und Brot gespeist, aber dennoch wird es für ihn sehr schwer, davon etwas zu stehlen.

 

 


Die Gefilde des Asphodeles


Charon, der Fährmann der Unterwelt, hat Heritias zur letzten Insel gebracht. Auf dem Opferstein hat er seine Gaben für Tiresias ausgebreitet, aber von allen Seiten drängen die Seelen anderer Verstorbene heran, um auch etwas von dem Mahl zu erhalten.

 

Heritias muss alle Kräfte aufbieten, um die hungrigen Seelen von seinem Opfermahl fernzuhalten, und  schließlich gelingt es ihm die ungebetenen Gäste zu vertreiben. Tiresias nimmt das Opfer entgegen, und ermöglicht ihm damit zum letzten Kampf gegen Odysseus großen Widersacher Poseidon anzutreten.

 

 


Der letzte Kampf


Die Götter erscheinen oft ungerecht und grausam, aber manchmal belohnen sie auch den Mut der Menschen. Durch geschickte Wahl der Waffen kann Heritias den zürnenden Poseidon in die Knie zwingen und ihn von der weiteren Verfolgung des Freundes abzuhalten. Zeus selber, in der Gestalt eines Jünglings, überbringt ihm den Ratschluss der Götterversammlung: Odysseus soll frei sein und in die Heimat zurückkehren.

 

 

Und auf einer fernen Insel erfährt die Nymphe Kalypso durch Hermes den Beschluss der Götter, den geliebten Odysseus nicht länger aufzuhalten, und in ihrem Schmerz um seinen Verlust nimmt sie sich selbst das Leben.

 

Für Odysseus, der die Sterbende findet, endet damit der Traum, der ihn sieben lange Jahre umfangen hielt. Er ist nun frei, aber der Weg zurück nach Ithaka, in die Heimat und die Arme der geliebten Gattin wird noch sehr lang sein.

 

 

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