Adventures

Obsidian

 

 


Wir schreiben das Jahr 2066. Die Zerstörung der Ozonschicht und der Treibhauseffekt hatten bereits vor Jahrzehnten begonnen, und mit der Explosion der Produktionsanlagen der "Vereinigten Chemie" im Jahr 2032 wurde der Kulminationspunkt endgültig überschritten. Die Erdatmosphäre steht vor der völligen Zerstörung.

Seit 100 Tagen ist nun der Satellit CERES im All, der diesen Prozess rückgängig machen soll. CERES arbeitet mit sogenannten Molekularen Assemblern, die wiederum Schwärme von Nanobots steuern. Diese unvorstellbar kleinen Roboter sind in der Lage, atomare bzw. molekulare Strukturen nach einem vorgegeben Programm  zu beeinflussen.

Das Projekt ist in der ersten Phase außerordentlich erfolgreich - 95% der Ozonschicht konnten bereits regeneriert werden - droht aber im weiteren Verlauf der Kontrolle zu entgleiten und ein Eigenleben zu entwickeln. Die Regeneration hat aufgehört, und der Obsidianstock, in dem die Kontrollstation von CERES untergebracht ist, wird aktiv und zeigt ein unerklärliches Wachstum.

Als Lilah Kerlin, eine der beiden leitenden Wissenschaftler, von einem Kongress zur Station zurückkehrt, trifft sie ihren Kollegen dort nicht mehr an. Aus seinen Aufzeichnungen erfährt sie, dass Max versuchen will einen Kontrollmechanismus zu installieren, der eine totale Abschaltung der Station ermöglichen soll. Lilah entschließt sich, ihrem Kollegen in die hermetisch abgeschlossene Kontrollstation zu folgen. Bei der Annäherung an den Obsidian wird sie von einem Sog erfasst, der sie in den Mikrokosmos der Schaltstation befördert.


Die Bürokratie


Hier wird sie zunächst mit einem abstrusen, mehrdimensionalen bürokratischen Systems konfrontiert. Um an Informationen über den Verbleib von Max zu gelangen, muss sie die Vorgaben dieses Systems erfüllen. Lilah löst zwar die ihr gestellten Aufgaben, kann die Bürokratie aber nur deshalb überwinden, weil sie die bestehenden Regeln durchbricht. 

Mit der Hilfe eines anarchischen Elementes gelingt ihr der Vorstoß zur obersten Instanz dieser Ebene und zu einem ersten Kontakt mit Max. 


Die Spinne


Danach befindet sie sich in einer weitläufigen Produktionshalle, in deren Mittelpunkt ein Gebilde liegt, das entfernt an eine riesige Spinne erinnert. Ihre Aufgabe ist es, diese monströse Maschine wieder zum Leben zu erwecken, indem sie die zu ihrer vollen Funktion notwendigen Elemente aktiviert. Dazu muss sie nacheinander Aufgaben in vier verschiedenen Ebenen lösen. 

 

In der Sauerstoffzone geht es darum, einen Hurrikan in einem Energiekäfig einzufangen. Die eigentliche Schwierigkeit liegt darin, aus einer ungeordneten Struktur - ähnlich wie bei einem Puzzle - diesen Energiekäfig zu konstruieren. 

In der zweiten Zone gilt es, Öl für den Betrieb der Maschine bereitzustellen. Nachdem es ihr gelingt, die asynchronen Wellenbewegungen zu harmonisieren, erhebt sich ein gewaltiger Würfel aus dem Meer. Seine Unterseite zeigt ein Muster aus verschlungenen Linien, die den Öffnungsmechanismus für den Zugang zu einer Ölquelle darstellen.

In der Feuerzone müssen die tentakelartigen Bewegungen eines schwebenden Baumes mit den elektrischen Entladungen von Blitzen in Einklang gebracht werden.

In der Metallzone muss die Produktion der mikroskopisch kleinen Roboter wieder aufgenommen werden. Lilah kann die chemische Formel für die spezielle Legierung analysieren und den Prozess wieder in Gang bringen. Die gigantische Spinne - der molekulare Assembler - erwacht zu neuem Leben.

Lilah muss erkennen, dass sie bisher nur den mechanischen Teil von CERES gesehen hat. In einer grandiosen Sequenz wird sie in das Innere des molekularen Assemblers befördert und trifft dort erstmalig auf das Hauptsteuerelement. 

Das positronische Steuerelement in Gestalt eines weiblichen Androiden befindet sich in einem schizoiden Zustand. Der Roboter hat zunächst die programmierten Anweisungen seiner Schöpfer erfüllt, dann aber ein eigenes Bewusstsein entwickelt. Noch ist nicht absehbar, wohin seine Intention führt. Sein Streben, einen Zustand der höchsten Vollkommenheit und Harmonie herbeizuführen, erscheint Lilah aber als hochgradige Gefahr für den Fortbestand der Welt. Sie muss dringend Max finden und mit seiner Hilfe die Kontrolle über CERES wiedergewinnen.


Die Welt des Androiden


Das Innere des Assemblers ist eine düstere, unwirkliche Welt. Aus riesigen Schrottbergen ragt ein gigantischer Turm wie ein Arm in einen dunklen Himmel, an dem Lilah Planeten und ein goldenes Fenster erkennt.  Auf der Handfläche findet sie dann noch ein Fluggerät in Form einer überdimensionalen Libelle.

Um das seltsame Fluggerät in Bewegung zu setzen, muss Lilah eine gestörte Sequenz von Bildern eines Vogelfluges in die richtige Reihenfolge bringen. Aus den möglichen Zielen wählt sie einen Planeten, den der Maschinenpilot als die "Piazza" bezeichnet.

Die Piazza schwebt wie eine Filmkulisse im Inneren des Planeten. Lilah's Aufgabe ist es, den Roboter, der sich hinter den Figuren auf dem Schachbrett verbirgt, durch geschickte Taktik in die Enge zu treiben und zu demaskieren. Nachdem ihr dies gelungen ist, wählt sie als nächstes Ziel den Maschinendom.

Hier muss sie eine Transporteinrichtung so programmieren, dass ein Chip verschiedene Bearbeitungsstationen in einer vorgegebenen Reihenfolge anläuft. Den fertig gebrannten Chip benötigt sie, um mit dem Fluggerät das dritte Ziel anzusteuern.

War es bisher nur ein Verdacht, so erlangt Lilah in der Galerie die Gewissheit, dass die idealisierte Vorstellung des Androiden von der Realisierung einer paradiesischen Welt gleichzeitig das Todesurteil für die Menschheit bedeuten würde.  

Lilah gelingt es, das Fluggerät zu manipulieren und das sogenannte Himmelsfenster anzufliegen. Aus dem mechanischen Roboterpiloten wird wieder der Androide, der sich anschickt, seinen Traum von einer vollkommenen Welt zu realisieren.

Lilah hat den innersten Bereich von CERES erreicht, und auch Max ist es gelungen, bis hierhin vorzudringen. Allerdings wird er von dem Androiden in einem Kraftfeld festgehalten. Lilah kann ihn befreien, und Max trägt ihr auf, die von ihm installierte manuelle Kontrolle zu aktivieren.

Das ist eine fast unlösbare Aufgabe, denn auf einem Schaltfeld müssen acht von sechzehn Tasten richtig gedrückt werden, und jeder Fehlversuch bewirkt eine neue Konstellation.

Mit der Vision einer entvölkerten und zerstörten Welt vor Augen kann Lilah auch diese schwerste Prüfung bestehen. CERES zerstört sich selbst, und die Welt steht vor einem neuen, glücklicheren Anfang.

 

 

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