Atlantis
IV
Evolution
Viel war bei dem Anflug nicht zu erkennen, und als Curtis aus seiner Kiste geklettert ist, findet er sich erst einmal in einem Laderaum wieder. Auch hier gibt es wieder etliche Wächter, und Curtis muss sehr vorsichtig sein um nicht entdeckt zu werden.



Ein Sack auf der Schulter verdeckt sein Gesicht, und so kann er einen Gang, und an dessen Ende eine verschlossene Tür erreichen. Es muss sich wohl ein wichtiger Raum dahinter befinden, denn die Tür ist mit einem Zahlencode gesichert, der ihn aber nicht lange aufhält.



Offensichtlich ist dies ein Transportmittel. Um eine Spirale sind fünf verschiedene Zeichen angeordnet, die wohl für verschiedene Ziele stehen, und als Curtis eines davon auswählt und die Spirale berührt, verschiebt sich das Gefüge und er befindet sich in einem Garten unter einer riesigen Glaskuppel.
Der Wohnsitz der Götter
Sein Ankunftsort ist anscheinend einer von mehreren Gärten die sich um ein zentrales Gebäude gruppieren, dessen Mittelpunkt eine blaue Energiesäule bildet. Von hier zweigen vier Durchgänge zu den persönlichen Bereichen von Enna, ihren Töchtern Sama und Kama, sowie zu den Räumen von Cosmo ab.



In der Halle trifft er dann auch gleich auf Göttermutter Enna und seine holde Schwester Sama. Die hässliche Matrone und ihre Tochter sind offensichtlich beide davon überzeugt Cosmo vor sich zu haben und schelten ihn wegen seiner Kleidung. In wenigen Minuten soll die Ratsversammlung stattfinden, und da kann er unmöglich in diesem Aufzug erscheinen.



Cosmo's Bereich ist schnell gefunden. Die Gärten ähneln sich zwar sehr, aber Cosmo hat seinen Bereich mit einigen überlebensgroßen Statuen verziert, die wohl in besonderer Weise seine Macht als Gott des Blitzes unter Beweis stellen sollen.



Cosmo selbst entpuppt sich sehr schnell als ein äußerst arroganter Typ, mit dessen Intelligenz es aber nicht sehr weit her ist. Curtis kann ihn schnell überwältigen, und ein wenig provoziert, plaudert er auch auch einige Details aus, die Curtis für seine weitere Mission sehr von Nutzen sind.



In der zentralen Halle gibt es noch einen fünften Durchgang der zum Versammlungsraum führt, und hier trifft er neben Enna und Sama, die er ja bereits kennen gelernt hat, auch noch Kama, die dritte im Bunde.



Kama ist für den Mond und Sama für den Lauf der Sonne zuständig, wobei ihre Aufgaben aber im Wesentlichen nur daraus bestehen, jeweils eine Knopf zu drücken. Nicht anwesend ist dagegen Zanat, der Göttervater, der nur durch eine Statue am Ende des Raumes präsent ist.



Von Enna erhält Curtis-Cosmo den Schlüssel für die Feuersäule und den Auftrag, das Dorf, in dem er sich gestern befunden hat, mit allen Bewohnern zu vernichten. Für Curtis gilt es jetzt die Feuersäule zu finden, allerdings nicht um Ennas Befehl auszuführen, sondern um diese ständige Bedrohung für die Bewohner endgültig und unwiderruflich auszuschalten.



Die Symbole für den Zugang zur Feuersäule sind schnell gefunden, und nach Eingabe in den Teleporter bringt dieser Curtis zur Höhle, in der die Strahlenkanone versteckt ist. Jetzt muss nur noch ein kleines Rätsel gelöst werden, und Curtis kann den Kristall entnehmen und die Kanone damit unbrauchbar machen.



Curtis macht sich nunmehr auf die Suche nach Zanat. Von Cosmo hat er erfahren, dass sich der Zugang zu Zanat's Labor in Ennas Räumen befindet. Der Schlüssel dafür sind fünf CD's, die er sich nach und nach von den einzelnen Geschwistern besorgen muss.



Als Diener verkleidet kann sich Curtis Zugang zu Ennas Bad verschaffen, und findet hier schließlich die letzte CD. Alle CD's haben eine Sicherung, die nach den Regeln der so genannten "Türme von Hanoi" funktionieren. Für Curtis kein Problem, und als er die letzte Scheibe auf den neuen Turm legt, öffnet sich der Zugang zu Zanat's Labor.



Computerschirme, blinkende Kontrollen und in der Mitte ein futuristisch geformter Sessel. Curtis setzt sich hinein, und wie aus einem fließenden, sich ständig verändernden Wirbel baut sich vor ihm das energetische Abbild Zanat's auf, und Curtis erfährt die unglaubliche Geschichte dieser Welt.



Zanat's Geschichte
Als Atlantis vor fast 10.000 Jahre unterging, gelang es Zanat und seiner Schwester Enna sowie einigen hundert Überlebenden zu dieser Welt zu gelangen. Der Preis dafür war hoch, denn nur durch den Mord an ihren Eltern gelangten sie in den Besitz der Reliquie, eines gefährlichen Reliktes aus einem unseligen Experiment aus der Frühzeit von Atlantis.
Das Relikt erwies sich als ein machtvolles Instrument, in dem Wissen und Bewusstsein der aussterbenden Atlanter, und schließlich auch sein eigenes Bewusstsein integriert wurde. Das neue Atlantis wurde damit zu einer Welt der Toten, regiert von den durch das Relikt immer wieder erneuerten Duplikaten seiner längst gestorbenen Verwandten, die sich als unsterbliche Götter dieser Welt fühlen.
Für Zanat verkörpert Curtis die Reinkarnation seines Zwillingsbruders Tane, der damals den Raub des Reliktes nicht verhindern konnte. Seines eigenen perversen Experimentes überdrüssig und gefangen in diesem ewigen Kreislauf, soll nun das Geschehen vor mehr als Zehntausend Jahren noch einmal wiederholt werden. Eine erneute Inszenierung des immerwährenden Kampfes zwischen Gut und Böse, in dem Curtis die Rolle seines Bruders Tane übernehmen wird.



Sein erster Schritt ist es, das Relikt zur Abschaltung der Götter-Imitationen zu veranlassen. Hinter dem Versammlungsraum befindet sich ein Terminal, und in einem symbolhaften Spiel zerstört er ihre Pseudo-Existenz. Übrig davon bleiben nur die leeren, seelenlosen Hüllen von Marionetten, die von ihren Fäden abgeschnitten wurden.



Der letzte Akt der dramatischen Inszenierung hat begonnen. Curtis durchschreitet den Spiegel und wird vom Kollektivbewusstsein des Reliktes aufgesogen. Entweder es gelingt ihm nun Zanat zu besiegen, und damit den Kreislauf zu unterbrechen, oder sein Geist wird für immer in ihr gefangen bleiben.



Atlantis
Curtis wird um Zehntausend Jahre in das alte Atlantis zurückversetzt. Der Rauch und Feuer spuckende Vulkan deutet darauf hin, dass die Katastrophe unmittelbar bevorsteht.



Zanat's Eltern, Lem und Sita, wissen, dass sie nicht länger bleiben können und haben alles für die Flucht vorbereitet. Sie ahnen noch nicht, dass ihre Kinder einen ganz anderen Plan verfolgen. Für sie sind die alten Leute nur ein Hindernis, das schnellstens aus dem Weg geräumt werden muss.



Curtis will versuchen sie zu warnen, da er aber für sie körperlich nicht sichtbar ist, fällt dies nicht leicht. Behutsam kann er Sita zur Erkenntnis bringen, dass ihre Kinder ein schreckliches Verbrechen planen. Gleichzeitig bemerkt er ein seltsames Phänomen an sich selbst. Es ist eine Form von Vertrautheit mit den Dingen, längst verschüttete Erinnerungen die in ihm wach werden. Etwas von Tane muss tatsächlich in ihm vorhanden sein, anders ist sein Wissen um verschiedene Dinge nicht zu erklären.



So kann er Sita zu der Stelle führen, an der Enna den Kristall für das Flugschiff versteckt hat, um ihre Eltern am Abflug zu hindern. Und ein letztes muss getan werden: Das Relikt, ein lebendes Gehirn, muss vor Enna und Zanat in Sicherheit gebracht werden. Niemand hat es je zu benutzen oder zu zerstören gewagt, und seitdem wird es in einem Tempel unter der Aufsicht einer Priesterin aufbewahrt.



Mit Hilfe der Priesterin kann der Wächter überwältigt werden und die Reliquie wird zum Flugschiff gebracht und einer Abreise steht nichts mehr im Wege.



In einem letzten verzweifelten Versuch will Enna das Blatt noch einmal wenden, aber Zanat weiß, dass er den Kampf verloren hat. Eine schreckliche Zukunft konnte abgewendet werden. Es wird ein neues Atlantis geben, aber ohne die fluchbeladene, missbrauchte Reliquie, ohne Sklaverei und Unterdrückung.



Curtis ist noch einmal in Zanat's Labor zurückgekehrt. Aber diesmal ist es nicht mehr Zanat, der ihm aus den wirbelnden Energiestrudeln entgegenblickt. Tane hat die Kontrolle über das Relikt erhalten und kann den Bewohnern von Neu-Atlantis eine neue, friedliche Zukunft versprechen.



Curtis hat seine Aufgabe erfüllt. Der Sog des Meeresstrudels trägt ihn wieder hinauf, wo ihn ein Schiff erwartet, das ihn in seine eigene, reale Welt zurück bringen wird.
